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Unsere Arbeitsweise

Für ein gegenseitiges erstes Kennenlernen treffen wir uns mit neuen Teilnehmer*innen zu einem unverbindlichen Informations-Gespräch. Dies kann bei den Betroffenen zu Hause oder im Projektbüro in Essen-Überruhr stattfinden. Die Teilnahme bleibt stets unverbindlich.

Bei den folgenden Treffen besuchen eine Demenzexpertin und eine Gestalterin (ein sogenanntes Kompetenzteam) gemeinsam die betroffenen Familien zu Hause. Grundlage unserer Arbeit bildet zunächst das gegenseitige Kennenlernen der Lebenssituation.

Die Demenzexpertinnen können gezielt Probleme aus dem Bereich der Pflege und Aktivierung (im häuslichen Kontext) erkennen und daraus schnell erste Fragestellungen für Gestaltungsfelder erkennen. Die Expertise der Gestalterinnen liegt darin, komplexe Zusammenhänge und Beobachtungen in haptische, konkret nachvollziehbare Lösungsvorschläge umzusetzen.

Als Team sind sie somit sehr gut und interdisziplinär aufgestellt, um sich der Entwicklung von Demenz Dingen gemeinsam mit Pflegenden und Betroffenen zu widmen.

Nach einer ersten Phase des Kennenlernens der Alltagssituation(en) beginnt das Kompetenzteam (kreative) Materialien und Gegenstände mitzubringen, um auszutesten, wie diese die verbesserungswürdige Alltagssituation positiv verändern können.

Eine theoretische Auseinandersetzung mit Fragestellungen zum Alltag und eine verbale, zielgerichtete Analyse ist bei Demenzerkrankten oft ausgeschlossen. Die Methoden aus der partizipativen Gestaltung schaffen eine Kommunikationsgrundlage, die auf die noch vorhandenen, kommunikativen Fähigkeiten eingeht. Hierzu zählen unter anderem das Entwickeln von Hilfsmitteln auf Grundlage der beobachteten Fähigkeiten und Interessen des Erkrankten und das Beobachten des Umganges mit mitgebrachten Mock Ups (Prototypen ohne Elektronik und Mechanik).

Komplexe Zusammenhänge und Beobachtungen werden in haptische, konkret nachvollziehbare Lösungsvorschläge umgesetzt.

Ein Demenz Ding ist entstanden. Dieses Demenz Ding optimieren wir nach den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen der Betroffenen, so dass es nachhaltig und ohne Anwesenheit der Kompetenzteams den Alltag der Betroffenen erleichtert.

“Es ist ein Bewusstseinsprozess, der dadurch in Gang kommt”

Durch Gespräche über Herausforderungen, Lösungen und Gestaltung ergeben sich bei den Betroffenen oft schon viele Ideen für Alltagssituationen. Gelegentlich haben sich Betroffene bereits auf unbedarfte Weise selbst geholfen. Im Volksmund nennen sich solche individuellen, selbstgemachten Objekte, meistens aus leicht zugänglichen Gegenständen, die entsprechend umfunktioniert werden: »Life Hacks«. Die Entwicklung solcher Ideen geschieht bislang eher zufällig. Sie entspringen für gewöhnlich dem Bedarf an Lösungen, für die keine marktreifen, kaufbaren Produkte vorhanden sind. Demenz Dinge können also sowohl neue, als auch umfunktionierte Dinge sein, aber auch eine Verhaltensänderung oder eine Dienstleistung (Service). Jedes »Ding«, dass den Alltag erleichtert oder bereichert, zählen wir dazu.

Einige Eindrücke unserer gemeinsamen Arbeit:

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Gemeinsame Gespräche und Ideenfindung

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Partizipatives Gestalten mit einer Familie

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Austausch über neue Erkenntnisse und Ideen im Forschungsteam

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Ausarbeiten eines Prototypes in den Werkstätten der Folkwang Universität der Künste